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In nur drei Schritten zur leichteren Feldküche

Vor jeder anstehenden Tour packen wir mehrfach unsere Rucksäcke. Jedes Gramm das eingespart werden kann zählt. Sieht es dann bei dir zum Schluss auch so aus, dass der Rucksack nicht wirklich leichter geworden ist? Dann könnte dieser Artikel durchaus etwas für dich sein.

1. Schritt "Der Kochtopf"

Bisher sind wir sehr gut mit unserem Kochtopf von Decathlon zurechtgekommen. Schön groß, gut ein Liter Wasser passen rein und der Deckel kann praktisch auch als Pfanne verwendet werden. Das Material ist aus Aluminium und somit augenscheinlich alles leicht. Während einer mehrtägigen Tour passen dort der Gaskocher sowie Feuerzeug, Windschutz, zwei Plastikbecher und das Besteck hinein. An sich eine tolle Sache, da man ja keinen Platz verschenkt.

Mein Ziel für die nächste Island-Reise im Juli 2020 ist aber, dass mein Rucksack endlich mal deutlich unter 20 kg inkl. Trinkwasser wiegt. Der ein oder andere erschrickt gerade und denkt sich, was zum Geier hat der alles dabei, dass man auf 20 kg ohne Wasser kommt? Die Antwort ist einfach. Einen großen Haufen technische Foto- und Videoausrüstung. Neben Kamera und einigen Objektiven kommen noch Stativ sowie Drohne samt Ersatz-Akkus dazu. Das ganze macht dann schnell ein paar Kilo aus.

Höchste Zeit also die gesamte Ausrüstung einmal genau unter die Lupe zu nehmen. Wo ich noch weiteres Gewicht einspare, erfährst du in den noch kommenden Artikeln zu weiteren Ausrüstungsgegenständen. Aber in diesem Artikel geht es heute ausschließlich um das Thema Gewichtsreduzierung in der Küche. Ein erstes Messergebnis der gesamten Koch-Ausrüstung zeigt deutliches Potenzial für Optimierung. Vielleicht sieht es bei dir noch ähnlich aus.


Unser Kochtopf mit Deckel wiegt ohne weiters Equipment 368g.

Die gesamte Kochausrüstung 707g.


Ganz klar muss hier ein viel leichterer Kochtopf her. Zudem ist es auch so, dass wir auf allen Touren bisher optimal zu zweit mit einer Mahlzeit Trek´n eat am Abend ausgekommen sind. Für eine Mahlzeit müssen wir somit nur 350ml Wasser aufkochen und keine 1 Liter. Auch wenn sich der Rest schön im Topf verstauen lässt, so nimmt der Topf doch viel Platz im Rucksack für sich in Anspruch. Vom Gewicht möchte ich an der Stelle noch gar nicht sprechen.

Auf der Suche nach einem kleineren Kochtopf bin ich über die Produkte von Lixada gestolpert. Auch einige Berichte darüber von Kollegen versprechen nur gutes in Punkto Gewicht und Qualität. Ich habe mich für einen 550ml Version entschieden. Hintergrund ist, dass in diese genau eine 100g Gaskartusche mit Schraubverschluss passt. Wichtigster Punkt ist aber, dass dieser Kochtopf aus Titanium gerade einmal 80g ohne Deckel und 105g mit Deckel wiegt. Er wird in Zukunft also weniger Packmaß in Anspruch nehmen und die Gaskartusche ist ebenfalls sehr gut aufgehoben.


Die Tasse macht generell einen sehr hochwertigen Eindruck. Mitgeliefert wird dieses Mesh-Stofftäschchen das aufgrund des Materials und Gewebes ebenfalls sehr leicht ist. So werden andere Gegenstände im Rucksack wie Schlafsack etc. vor Kanten geschützt. Aufgrund der kleinen Größe können die kleinen Gegenstände, die bisher in dem großen Topf waren, in Zwischenräume im Rucksack verstaut werden.

Ersparnis: 368 g bisher abzüglich neuem genau passenden Topf mit 107 g somit 261 g. Das ist für einen Gegenstand, der zudem gar nicht teuer ist ordentlich.

2. Schritt "Besteck"

Als Nächstes nehme ich mir mal das Besteck vor. Hier verwenden wir seit Jahren das Kunststoff-Besteck, dass beim Decathlon Topf dabei war. Bisheriges Gewicht für zwei Plastikbecher und das Besteck 87 g. Was können wir hier sparen. Ganz klar die Kunststoffbecher. Die haben wir aus Bequemlichkeit immer im Set dabei. Ich kann mich nicht erinnern, ob wir die jemals wirklich benutzt haben. Unsere zwei Alu Tassen für Tee und Kaffee reichen dabei völlig aus. Also hier können wir schon einmal ohne etwas kaufen zu müssen 51g sparen. Das entspricht schon einem Sony Akku. Das Besteck aus Kunststoff ist schon sehr leicht und wiegt für uns beide nur 30 g.

 

Fazit bei uns ist hier nicht viel beim Besteck herauszuholen! Vielleicht aber bei dir? Trotzdem ersetze ich das Kunststoff-Besteck gegen zwei Göffel aus Titan. Beide Göffel mit Schutzhülle aus Stoff bringen 48 g auf die Waage. Eine wirkliche Ersparnis ergibt sich da rechnerisch an dieser Stelle nicht. Aber dafür haben wir robustes Besteck in einem Tool. Warum reicht ein Tool? Ganz einfach im Prinzip reicht ein Göffel bzw. ein Löffel, da die Mahlzeiten von Trek´n eat immer so sind, dass man nur einen Löffel benötigt. Egal ob Hauptgericht oder Nachtisch den wir uns auch am Abend gönnen ;-)

Beim Frühstück sieht die Sache schon anders aus. Jedenfalls bei uns. Der eine oder andere isst vielleicht sogar das Frühstücksmüsli von Trek´n eat. Wir haben für uns schnell gemerkt, dass Schwarzbrot mit Marmelade früh mit Kaffee oder für mich mit Tee optimal sind. Marmelade kann man auch mit einem Göffel aufs Brot schmieren.

Hier auf dem Bild siehst du unseren neuen Göffel. Ein Multitool für die Mahlzeiten.

3. Schritt "Gaskartusche und Kocher"

Dieser letzte Schritt besteht aus zwei Teilen. Zum einen lässt sich noch einmal ordentlich Gewicht mit dem richtigen Gaskocher sparen. Dazu gab es vor wenigen Tagen bereits einen Blog-Artikel von mir. Diesen findest du >> hier <<. Daher gehe ich hier an dieser Stelle nicht weiter darauf ein. Nur soviel: Es gibt einen Gaskocher mit nur 25 g Gewicht für knapp 18 € oder auch für nur 10 € hier auf der Seite weiter unten von Lixada. Bei diesem Preis dreht sich mein alter Geldbeutel auf der Müllhalde sicher in Dauerrotation herum. Hatten wir doch für das letzte Ausstellungsstück in Island damals für unseren aktuellen Gaskocher gut 150 € hinblättern müssen, da unser Kocher bei Antritt der Reise seinen Geist aufgegeben hat bzw. gar noch nie vorher getestet wurde... Selber schuld! Erst in Deutschland wurde mir die Abzocke richtig bewusst. Damit er mächtig teuer in Island war - völlig klar. Aber bei eBay hätte ich den gleichen für ca. 50 € bekommen. Warum ich meinen deutlich schwereren aktuellen Gaskocher nicht ersetze, erfährst du auch in dem Blog-Artikel.

Wenn du aber noch einen Steckkartuschen Kocher hast oder ohnehin auf der Suche nach einem neuen leichten Kocher bist. Dann ist der von mir beschriebene Kocher zurzeit sicher eine ideale Alternative. Schraubkartuschen haben mehrere Vorteile. Zum einen kann ich nach der Nutzung die Kartusche vom Kocher trennen und aufbewahren, da diese sich durch ein Ventil wieder verschließen und zum anderen spart man erheblich Packmaß, da der Kocher und die Kartusche so minimal Platz gegenüber einem Kocher mit Steckkartusche verbraucht. Schraubkartuschen gibt es in verschiedenen g Größen. Um 350ml Wasser zum Kochen zu bringen haben wir den Erfahrungswert von ca. 4-5 g pro Wasserladung kochendem Wasser. Damit kann man in Abhängig von der Reisedauer und Anzahl der Mahlzeiten bei denen heißes Wasser oder auch Kaffee / Tee-Ladungen gut abschätzen wie viele Kartuschen notwendig sind. Wer seinen Verbrauch kennt und die notwendige Anzahl an Gaskartuschen kann so ebenfalls viel Gewicht sparen. Es lohnt sich also im Vorfeld einmal genaue Messungen mit einer Küchenwaage zu machen.

Fazit

Wie du siehst, kann in der Küchenabteilung eines Rucksacks durchaus einiges an Potenzial zur Gewichtsreduzierung schlummern. Ich konnte unser Küchen-Equipment ohne Komfortverlust von eben 707g auf 400g reduzieren. Das finde ich ordentlich, besonders wenn jedes Gramm wie bei mir aufgrund, dem ohnehin zusätzlichen Gewicht zählt.

Wie im Text oben versprochen möchte ich hier noch die Links zu den einzelnen von mir gekauften Produkten bereitstellen. Du kannst so diese bequem aufrufen und vielleicht sogar kaufen oder die Links für eigene Vergleiche nutzen.


So nun viel Erfolg beim Reduzieren des Gewichts deiner Ausrüstung.

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